Biomüllkontrollen – Störstoffen auf der Spur

Unsachgemäß befüllte Biotonne.
Mit Kontrollen soll die Biomüllqualität verbessert werden. Beanstandende Gefäße werden mit einem Aufkleber versehen.

Was gehört in die Biotonne, was nicht? Die Antwort auf diese Frage ist vielen Bürgern im Landkreis durchaus geläufig, und doch kommt es immer wieder vor, dass die Biotonne zur Entsorgung von Hausmüll und Verpackungswertstoffen missbraucht wird.  Dem möchte der Abfallwirtschaftsbetrieb nicht tatenlos zusehen: in den kommenden Wochen werden Kontrolleure die Biotonnenleerung begleiten und dafür Sorge tragen, dass unvorschriftsmäßig befüllte Gefäße bei leichteren Abweichungen mit einer Mahnung versehen, und bei gröberen Abweichungen nicht entleert werden.

Womit die Biotonne ordnungsgemäß befüllt wird, lässt sich leicht erklären: Gemüseabfälle und ausgesonderte Essensreste, Kaffeesatz, Obstabfälle und Zitrusfrüchte, und aus dem Garten Unkräuter und mit Krankheiten belastete Pflanzenabfälle. „die Küchenabfälle“, so der Tipp von Abfallberater Wolfgang Aull, „sollten in Zeitungspapier eingewickelt werden“.

Plastiktüten und Abfallbeutel sind häufig in den störstoffbelasteten Biotonnen zu sehen. Doch auch Windeln, Hausmüll und Staubsaugerbeutel finden sich wieder. Verpackte Lebensmittel ebenfalls: eingemachtes Obst, noch in den Gläsern, Fisch- und Wurstdosen sowie originalverpacktes Obst- und Gemüse, welches stellenweise zu schimmeln begann.
Und die sogenannten biologisch abbaubaren Kompostbeutel? Sie werden geduldet, jedoch sind sie aufgrund ihres Kompostierverhaltens nicht erwünscht.

Mühsam, teilweise per Handarbeit, müssen die Störstoffe in der Kompostieranlage nachträglich aussortiert werden, denn Eines sollte unbedingt verhindert werden: dass das Endprodukt Kompost bei der Ausbringung mit Störstoffen durchmischt ist und diese dann die Felder, und damit die Umwelt, belasten.

„Nicht schön, aber notwendig“, erläutert Wolfgang Aull, „erscheint uns die Kontrollaktion. Wir kündigen sie an, denn wir möchten jedem, der aktuell nicht die gebührende Sorgfalt bei der Bestückung der Biotonne walten lässt, die Gelegenheit bieten, sein Verhalten den Vorgaben anzupassen“.
Und wenn es vertretbar ist, also bei geringem Störstoffanteil, werden die Gefäße auch geleert. In diesen Fällen erhält die Tonne einen gelben Aufkleber. Ist jedoch der Störstoffanteil so hoch, dass die Leerung nicht hingenommen werden kann, wird sie auch nicht geleert. Diese Gefäße werden dann mit einem roten Aufkleber versehen.

Eines ist selbstverständlich: Genutzt werden darf die Biotonne ausschließlich zur Entsorgung von Biomüll, die Befüllung der Tonne mit artfremden Abfällen ist nicht zulässig.

Was tun, wenn die Tonne nicht geleert wurde? Hierzu Wolfgang Aull: „Wir wollen niemandem zumuten, dass er seinen Gefäßinhalt nachsortieren muss. Daher  bieten wir folgende Vorgehensweise an: der Betroffene erwirbt, beispielsweise auf dem Wertstoffhof, einen Restmüllsack für 3,00 €, klebt diesen leeren Sack auf den Biotonnen – Deckel, und stellt die Biotonne in der darauffolgenden Woche bei der Restmüllabfuhr zu Leerung bereit“.

Für Rückfragen steht die Abfallberatung gerne zur Verfügung. 09521 27-712