Es geht auch ohne Plastik.
An Allerheiligen und Allerseelen erinnern wir uns besonders an die Menschen, die nicht mehr bei uns sind. Grabstätten werden gereinigt, sogenannte Ewige Lichter angezündet und Ruhestätten liebevoll mit Kränzen, Gestecken und bepflanzten Schalen geschmückt. Dieser Brauch spendet Trost und hält die Erinnerung lebendig. Dieses stille Gedenken geht auch im Einklang mit der Natur.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb setzt seit Jahren, auch mit freiwilligen Vereinbarungen unter heimischen Friedhofsgärtnereien auf kompostierbaren Friedhofsschmuck. Es ist jedoch festzustellen, dass Gestecke und Kränze zunehmend in Discountern und anderen Märkten gekauft werden, in denen die verwendeten Materialien teils nicht kompostierbar sind. Solche Gestecke bringen ein großes Müllproblem mit sich. Sie sind meist aus Materialien wie Plastik, Styropor oder kunststoffummanteltem Draht aufgebaut.
Gestecke aus 100% Naturmaterialien zersetzen sich im Laufe der Zeit, können somit im Frühjahr auf dem Kompost, über dem Biomüll oder den Grünschnittsammelplätzen entsorgt werden. Dekorationen mit Bindedraht, Plastikanteilen und anderen Störstoffen wären dort fehl am Platz. Solche Gestecke gehören in die Restmülltonne oder müssen aufwendig von den Störstoffen befreit werden, bevor sie auf den Kompost oder in die Biomülltonne können.
Statt Plastik und Steckschaum ist dichtes Moos, Efeu oder Stroh möglich, das mit Flachsband, Bast oder Kokosfasern festgebunden werden kann. Das Moos hält die Feuchtigkeit für eingesteckte Blumen. Zur Dekoration kann man auf Zapfen, Hagebutten, getrocknete Samenkapseln, Baumpilze, Gräser oder Lampionblumen zurückgreifen. Diese ebenfalls mit Naturfasern wie dem Flachsband fixieren. Ein solcher Grabschmuck fügt sich somit harmonisch in den natürlichen Kreislauf ein und kann nach dem Winter vollständig über die Kompost-Box der Friedhöfe entsorgt werden.
Und was ist mit Grablichtern? Grablichter mit LEDs sind Elektroschrott und müssen im Wertstoffhof oder anderen offiziellen E-Schrott-Rücknahmestellen abgegeben werden. Sofern nicht solarbetrieben, ist eine Entnahme der Batterie erforderlich. Sie kommt in eine gesonderte Box. Besser sind Grablichter mit einer Hülle aus Glas oder Metall. Diese Gehäuse verbleiben dauerhaft auf dem Grab und schützen das Licht vor Wind und Regen. Die Kerze selbst sollte möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen wie Rapswachs anstelle von Paraffin bestehen. Auch Olivenöl- oder Pflanzenöl-Kerzen in flüssiger oder fester Form sind eine ökologische Alternative. Mit diesem Aufbau hat man ein langlebiges und nachhaltiges Nachfüllsystem geschaffen. Denn ist die Kerze abgebrannt, wird lediglich der innere Docht samt Wachsrest ausgetauscht oder ein neuer Wachseinsatz in den Glasbehälter gesetzt, anstatt das gesamte Licht wegzuwerfen. Das erspart der Umwelt einiges an Müll, vor allem an Plastikmüll wie dem durch Einweg-Kerzen.
Das Gedenken zu Allerheiligen und Allerseelen verliert durch diesen nachhaltigen Ansatz nichts von seiner Würde. Es zeigt vielmehr, dass lebendige Erinnerung und verantwortungsvolles Handeln für die Umwelt Hand in Hand gehen können. Für weitere Fragen zu diesem Thema steht Ihnen das Team der Abfallwirtschaft und die Abfallberatung unter der Telefonnummer 09521/27-712 zur Verfügung.